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Neuigkeiten
03.05.2017, 16:49 Uhr
Happy Birthday GLEICHBERECHTIGUNG
Heute vor 50 Jahren verabschiedete der Deutsche Bundestag das Gesetz das die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts regelt. Am 1. Juli 1958 trat es in Kraft. Laut Artikel 3 des Grundgesetzes sind Männer und Frauen seither gleichberechtigt. Die Frage, ob sie wirklich gleichberechtigt sind, sei gestattet.
Frauen, die beides wollen, Beruf und Familie, werden diese Frage wohl eher mit  einem Jein beantworten: Wer den Wunsch nach Kindern nicht mehr gegen jenen nach einer Erwerbstätigkeit oder gar einer Karriere in Politik, Wirtschaft oder Kultur abwägen will, erhält immer noch zu wenig gesellschaftliche Unterstützung und steht nicht selten vor Zerreißproben. Das betrifft insbesondere Frauen, zum Teil auch Männer: jene, die als Väter und Partner präsent sein möchten. Der Wunsch beides zu wollen, Beruf und Familie, ist inzwischen bei beiden Geschlechtern angekommen und stößt auf Toleranz. Dennoch stellt dies für die meisten Familien eine Zerreißprobe dar. In diesem  Zusammenhang definieren wir ganz klar Alleinerziehende ebenfalls als Familien und hoffen, das dies endlich  in allen Köpfen ankommen wird.
Gleichberechtigung hat etwas mit Gesellschaftlicher Einstellung und mit finanzieller Ausstattung zu tun. Wie die ZEIT am 8.3.2017 schrieb:
„Denn trotz des Wunsches nach finanzieller Unabhängigkeit sieht die Realität für sehr viele Frauen anders aus: Die Sozialwissenschaftlerin Irene Pimminger stellte 2012 fest, dass in Deutschland rund ein Drittel der beschäftigten Frauen zwischen 25 und 60 Jahren nicht genug verdienen, um ihre unmittelbare Existenz in einem Monat abzudecken. Sieht man in die Zukunft, verdoppelt sich diese Zahl: Für die langfristige finanzielle Absicherung – also um sich auch für Alter oder Arbeitslosigkeit abzusichern – reicht rund zwei Dritteln der Frauen das Geld nicht.
Gleichberechtigung
Egal, ob man sich die unbereinigte Lohnlücke oder den bereinigten Gender Pay Gap ansieht, Tatsache bleibt: Gesellschaftliche Rollenerwartungen, unterbezahlte "weibliche" Berufe, aber auch staatliche Anreize wie das Ehegattensplitting und mangelnde Kinderbetreuungsangebote führen dazu, dass Frauen weniger Einkommen haben und stärker von Altersarmut bedroht sind als ihre männlichen Partner.
 
In der kommenden Legislaturperiode werden sich hoffentlich viele Punkte entscheiden: Kinderbetreuung und Betreuungskosten, flexible Arbeitszeiten, Kinderarmut und damit die dahinterstehende erwachsenen Armut.
 
50 Jahre Gleichberechtiung und noch immer kein Anlass zu jubeln und zu feiern. Kämpfen wir also gemeinsam für eine bessere Zukunft nach vorne. In der EU Statistik liegen wir, mit 21% Entgeldungleichheit, zweifellos zu weit hinten.
aktualisiert von Maria Drews, 03.05.2017, 16:50 Uhr